Architecture, furniture design or spatial concepts – the work of designer Frédéric Dedelley is defined by a clear, pared-back yet distinctly sensual design language. What appears calm and almost effortless at first glance is, in fact, the result of a deeply considered and reflective design process.

Raised in an architectural environment in Fribourg, Dedelley developed an instinct for form, space and materials from an early age. Rather than following the obvious path into architecture, however, he was initially drawn to automotive design, inspired by icons such as Pininfarina and Giorgetto Giugiaro. A formative encounter with the radical designs of the Memphis Group, alongside the furniture of Trix and Robert Haussmann, ultimately steered him towards furniture design and spatial concepts.

After working in Paris, San Francisco and Switzerland, he founded his own studio in Zurich in 1995. “What connects my different areas of work is the method: every project begins with observing and listening. From there, I critically analyse and redefine the brief based on those observations,” Dedelley explains. Only then does the actual idea take shape, and intuition and logic work closely together. This process often leads to outcomes that go beyond the original expectations: “I always try to give my clients more than they anticipated. A good sign is when I can surprise myself during the course of a project.”

Swiss Embassy in Minsk. Photo: Yuliya Barauskas | Frédéric Dedelley: Between austerity and sensuality

Swiss Embassy in Minsk. Photo: Yuliya Barauskas

Nature, reimagined in clear geometric form

One of his more recent projects is the furniture redesign of St Anna Church in Schindellegi. Originally built in a neo-baroque style, the church features nature-inspired forms and surfaces that often appear as illusion, so-called trompe-l’œil.

“I wanted to respond to this imitation of nature with real nature, by creating new liturgical furniture from found stones. We selected them outdoors and shaped them with minimal intervention so that they became functional pieces.” The result is a compelling dialogue between existing structure and new intervention: while the Baroque created a counter-world to nature, here, real nature is translated into clear, geometric form. For Dedelley, this dialogue is central: “When designing spaces with a spiritual function, I always aim to create a conversation between what exists and what is newly introduced.”

Swiss Embassy in Minsk. Photo: Yuliya Barauskas | Frédéric Dedelley: Between austerity and sensuality

Swiss Embassy in Minsk. Photo: Yuliya Barauskas

The interplay of form, proportion and construction

Dedelley’s work is not confined to a single discipline, as demonstrated by the Ensō chair, developed in collaboration with the long-established company Lehni and the much younger brand QWSTION. At first glance, the two companies may seem quite different, yet they share common values: precision, durability and a responsible approach to resources.

The result is a delicate, stackable chair that combines aluminium with the innovative Bananatex fabric. The name Ensō – the Japanese word for circle – does not refer to its shape, but rather to the ambition of meeting the principles of a sustainable circular economy.

Materials play a central role in Dedelley’s work and are often the true starting point of any project. “The first ideas usually emerge from the material itself, its properties and how it can be worked.” From there, form, proportion and construction evolve in close dialogue. At the same time, there remains space for subjectivity, for a personal sense of beauty that defines his work. “Ultimately, my work is always about finding a fusion between austerity and sensuality.”

How a project begins is always flexible. Sometimes, material and function take precedence, particularly in furniture design. At other times, it is the space itself that dictates the concept, as in interior or scenographic work. And occasionally, it starts with an idea that only later finds its context. “Design is an organic process that is never the same twice; that’s exactly what makes it so exciting. There’s no such thing as routine in design.”

It is precisely this diversity that fuels Dedelley’s creativity. “All my projects, past and present, feed into one another. They are permeable, constantly generating new ideas for future work.” This ongoing exchange keeps his thinking in motion and ensures a steady flow of new impulses.

Looking ahead, Dedelley has a clear ambition: “I would love to work more in hospitality. Designing the complete interior of the Basel Blind Centre was a very rewarding experience, one that could be developed further across different projects. My dream would be to fully design a boutique hotel. But I remain open to all kinds of opportunities and am curious to see what the future holds.”

 
Web: www.fredericdedelley.ch

Frédéric Dedelley. Photo: Michael Schmid | Frédéric Dedelley: Between austerity and sensuality

Frédéric Dedelley. Photo: Michael Schmid

 

Zwischen Askese und Sinnlichkeit

 

Ob Architektur, Möbeldesign oder räumliche Konzepte – die Arbeiten von Designer Frédéric Dedelley zeichnen sich durch eine klare, reduzierte und zugleich sinnliche Formensprache aus. Was auf den ersten Blick ruhig und selbstverständlich wirkt, basiert auf einem tiefgehenden, reflektierten Designprozess.

Aufgewachsen in einem Architekturumfeld in Fribourg, entwickelte Frédéric Dedelley schon als Kind ein Gespür für Formen, Räume und Materialien. Statt jedoch den naheliegenden Weg in die Architektur einzuschlagen, zog es ihn zunächst zum Automobildesign – inspiriert von Ikonen wie Pinin Farina und Giorgetto Giugiaro. Eine prägende Begegnung mit den radikalen Entwürfen der Memphis-Gruppe sowie den Möbeln von Trix und Robert Haussmann lenkte seinen Weg schließlich in Richtung Möbeldesign und Raumkonzept.

Nach Stationen in Paris, San Francisco und der Schweiz gründetet er 1995 sein eigenes Studio in Zürich. „Das verbindende zwischen meinen Tätigkeitsbereichen ist die Arbeitsmethode: die Arbeit fängt immer mit beobachten und zuhören an, danach wird die Aufgabe auf Basis meiner Beobachtungen kritisch analysiert und neu formuliert”, erklärt Dedelley. Erst im Anschluss beginnt die eigentliche Ideenfindung, bei der Intuition und Ratio eng zusammenarbeiten. Dieser Prozess führt nicht selten zu Ergebnissen, die über die ursprünglichen Erwartungen hinausgehen: „Was ich auf jeden Fall immer versuche, ist meinem Auftraggeber mehr zu geben, als er erwartet hat. Ein gutes Zeichen ist es, wenn ich mich im Laufe eines Projektes selbst überraschen kann.”

Reale Natur in klarer, geometrischer Form

Eines seiner jüngeren Projekte ist die Neuausstattung der Kirche St. Anna in Schindellegi. Der ursprünglich im neobarocken Stil errichtete Bau ist von naturinspirierten Formen und Oberflächen geprägt, die häufig als Illusion – als sogenannter Trompe-l’œil – ausgeführt sind.

„Ich wollte auf die imitierte Natur mit echter Natur reagieren, indem die neuen liturgischen Möbel aus gefundenen Steinen entstanden sind, die wir in der freien Natur gewählt und mit wenig Schnitte so bearbeitet haben, dass sie zu Möbel wurden.” So entsteht ein spannender Dialog zwischen Bestand und Intervention: Während der Barock eine Gegenwelt zur Natur erschuf, wird hier die reale Natur in eine klare, geometrische Form überführt. Für Dedelley ist genau dieser Dialog zentral: „Bei der Gestaltung von Räumen mit spiritueller Funktion versuche ich immer, einen Dialog zwischen Bestand und neuen Elementen zu bilden.”

Wechselwirkung zwischen Form, Proportion und Konstruktion

Dass Dedelleys Arbeit nicht auf eine Disziplin festgelegt ist, zeigt auch der Sessel Ensō, entstanden in Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Firma Lehni und der sehr viel jüngeren Firma QWSTION. Zwei Unternehmen, die auf den ersten Blick unterschiedlich wirken, aber ähnliche Werte teilen: Präzision, Langlebigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen.

Das Ergebnis ist ein filigraner, stapelbarer Sessel, der Aluminium mit dem innovativen Bananatex-Stoff kombiniert. Der Name Ensō – japanisch für „Kreis” – verweist dabei nicht auf die Form, sondern auf den Anspruch, mit dem Entwurf die Kriterien einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu erfüllen.

Materialien spielen in Dedelleys Arbeit eine zentrale Rolle. Oft sind sie der eigentliche Ausgangspunkt eines Projekts: „Aus dem Material heraus, aus seinen Eigenschaften und Verarbeitungsmöglichkeiten entstehen meistens die ersten Ideen für ein Projekt.” Form, Proportion und Konstruktion entwickeln sich daraus in enger Wechselwirkung. Dennoch bleibt Raum für Subjektivität – für eine persönliche Vorstellung von Schönheit, die seine Arbeiten prägt. „In meiner Arbeit geht es immer um die Suche einer Verschmelzung von Askese und Sinnlichkeit.”

Wie ein Projekt beginnt, ist dabei nie eindeutig festgelegt. Mal stehen Material und Funktion im Vordergrund, insbesondere bei Möbeln. Mal ist es der Raum selbst, der den Entwurf bestimmt, wie bei innenarchitektonischen oder szenografischen Arbeiten. Und manchmal steht eine Idee am Anfang, die erst später den passenden Kontext findet. „Entwerfen ist ein organischer Prozess, der nie zwei Mal identisch läuft; genau das ist in meinem Beruf so spannend. Routine gibt es beim Entwerfen nie!”

Gerade die Vielfalt seiner Projekte ist für Dedelley ein kreativer Motor. „Alle meine Projekte – die gegenwärtigen wie die vergangenen – befruchten sich gegenseitig, sind durchlässig und generieren neue Ideen für zukünftige Projekte.”
Dieser kontinuierliche Austausch hält sein Denken in Bewegung und sorgt dafür, dass neue Impulse entstehen.

„Für die Zukunft wünsche ich mir Projekte im Bereich Hospitality”, verrät Dedelley. „Mit der kompletten Einrichtung des Blindenheims Basel habe ich eine sehr gute Erfahrung gemacht, die sich auf verschiedene Projekte vertiefen lassen kann. Mein Traum wäre es, ein Boutique-Hotel komplett ausstatten zu können. Ich bin aber offen für die unterschiedlichsten Projekte und bin gespannt, was die Zukunft bringt!”

Web: www.fredericdedelley.ch

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